Musikverein Wössingen 1921 e.V

100 Jahre - Teil 1

Die Vorgeschichte…

Bereits vor 1921 wurde der Grundstein für unseren heutigen Verein gelegt. Im Jahr 1908 fanden sich sechs musikbegeisterte junge Männer im „Lammsaal“ zusammen um gemeinsam zu üben. Damals jedoch nicht nur auf Blasinstrumenten, neben einer Klarinette und Trompete wurde das Ensemble mit Violinen und Kontrabass bereichert. Wer waren diese Herren? August und Wilhelm Bach, August Metzger, August Müller, Karl Sturm und Karl Kohnle – Namen, die auch heute noch in Walzbachtal vertreten sind.

Nach fleißigen und regelmäßigen Proben war das Ensemble mit Tanzmusik in Wössingen und Umgebung unterwegs. Bis der erste Weltkrieg die Musiker dazu zwang, ihre Aktivitäten zu unterbrechen.

100 Jahre - Teil 2

Die Gründungsjahre…

Nachdem der erste Weltkrieg 1918 vorbei war, wurden die musikalischen Aktivitäten 1919 wieder aufgenommen. Man engagierte einen Dirigenten aus Karlsruhe für 12 Reichsmark, den die Musiker aus der eigenen Tasche bezahlen mussten. Die Investition trugen die begeisterten Musiker jedoch gerne, denn bald darauf wurden sie so gut, dass sie Konzerte spielen konnten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich neben einem „Streichorchester“ auch ein reines Blasorchester, das die meiste Zeit nur mit Aushilfen einer Schülerkapelle aus Karlsruhe spielfähig war. 1921 kam es dann zum Zusammenschluss des „alten Musikvereins“ (Streichorchester) und des Blasorchesters, dem „Musikverein Harmonie“. Die Gründungsurkunde ist innerhalb der 100 jahre leider nicht mehr auffindbar, lediglich ein Foto gibt es noch…

100 Jahre - Teil 3

Das Jahr 1921…

Nicht nur der Musikverein wurde in diesem Jahr gegründet. Es gab weitere wichtige Ereignisse:

Das elektrische Licht löste die Öllampen ab und nach und nach wurde die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt. Das Insulin wird entdeckt und Albert Einstein erhält den Physiknobelpreis. Persien wird zu Militärdiktatur und der Irak zum Königreich. Adolf Hitler wird Vorsitzender der NSDAP. In Dublin kommt es zu heftigen Straßenkämpfen, da die Stadt von britischen Truppen besetzt wird. Im Sport protestieren Frauen aus vier Ländern mit einer Frauen-Olympiade gegen den IOC. Das erste Autorennen findet auf der 10 Km langen Autobahn in Berlin satt und der Turnverein Wössingen feiert sein 25. Jubiläum. Musikalischer Hit in diesem Jahr ist der Schlager „Komm mein Schatz, wir trinken Likörchen“

In Wössingen findet 1921 die Glockenweihe statt, damals unter Bürgermeister Adam Heinrich Wagner. Der Ort zählt 1750 Einwohner und ist „noch unabhängig“ von Jöhlingen. 

100 Jahre - Teil 4

Die Jahre bis 1933…

In den 20er Jahren zählte der Verein nur wenige passive Mitglieder, die den Verein finanziell unterstützen. Aus diesem Grund brachten die Musiker damals neben ihrem musikalischen Engagement vor allem große finanzielle Opfer, um den Verein aufrecht zu erhalten. So konnten sie die Lebensfähigkeit des Vereins halten, der ortseigene Konkurrenz durch den Musikverein „Lyra“ hatte. 1933 gab es eine Parteiverfügung, die die „Lyra“ zwang, sich mit dem größeren Musikverein „Harmonie“ zusammenzuschließen. Der Verein blieb auch während der ersten Kriegsjahre bestehen bis er 1942 aufgelöst wurde. Die Kasse und verschiedene Instrumente wurden beschlagnahmt.

100 Jahre - Teil 5

Der Krieg war vorbei…

Am 13. November 1949 fand die Wiedergründung durch einige alte Musiker im Gasthaus „Zum Adler“ statt. (Ecke Steiner Straße/Wössinger Straße) Anwesend waren 14 Personen, davon zwei Musiker aus Königsbach, die die Kapelle beim Eröffnungsmarsch der Versammlung unterstützten. Der Wiedergründung wurde einstimmig zugestimmt. „Zweck des Vereins ist die Pflege guter Musik zum Wohle der Gesamtheit“, aktive Musiker waren beitragsfrei von passiven Mitgliedern erhob man eine Aufnahmegebühr von 1 DM und einen vierteljährigen Beitrag von 1 DM, also 4 DM im Jahr. Obwohl eine anonyme Spende eines Unbekannten aus der „US-Zone“ beim Verein einging, konnte man sich keinen Dirigenten leisten. Daher fanden die wöchentlichen Proben im „Adler“ unter der Leitung des Musikers Heinrich Wagner statt. Geprobt wurde für ein gemeinsames Konzert mit den Musikkameraden aus Königsbach, das Geld in die Vereinskasse bringen sollte. Jeder Musiker erhielt 50 (!) Eintrittskarten, die in der Bevölkerung verkauft werden mussten. (Ich finde das sollten wir wieder einführen…)

100 Jahre - Teil 6

30. Jubiläum des Vereins…

1950 wurde erstmals Tanzmusik am Ostermontag angeboten und ein „Gartenfest“ im Juni geplant. Das erste Jubiläum stand bevor: vom 09.-11. Juni 1951 sollte ein großes Jubiläumsfest stattfinden zu dem 53 Kapellen eingeladen wurden. Leider hatten bis Februar 1951 nur 5 Vereine zugesagt und es war noch nicht sicher, ob tatsächlich ein Festzelt bestellt werden sollte und ein Festbuch in den Druck gehen sollte. Die Vergnügungsstände auf dem Festplatz (Süßigkeiten, Karussell etc.) wurden an den Höchstbietenden versteigert. Da im März bereits 11 Vereine zum Jubiläumsfest zugesagt hatten, wurde nach Abwägung der Finanzen ein 1000-Mann-Zelt für 650 DM Leihgebühr bestellt. Mit der Brauerei wurde ein Deal gemacht: kostenlose Lieferung des Zeltes und kostenlose Sitzgelegenheiten für 1000 Personen – im Gegenzug wurde das Eppingen Bier der „Brauerei Zorn-Söhne“ beim Fest verkauft. Erst im Mai 1951 wurde das Fest endgültig in trockene Tücher gelegt und organisatorisch gefestigt. Das Personal für Bier- und Weinausschank, sowie die Grillmeister wurden festgelegt, die Schießbude wurde selbst errichtet und betreut. Der Preis für das Festbuch wurde auf 50 Pfennige, der Krug Bier auf 60 Pfennige festgelegt. Außerdem wurde für den Sonntag von 14-18 Uhr ein Eintrittspreis ins Zelt auf 30 Pfennige erhoben, da zu dieser Zeit Tanzmusik geboten wurde. Alles in allem eine sehr spontane Planung, denn auch drei Wochen vor dem großen Fest waren noch viele organisatorische Themen wie Beleuchtung, Bühne oder Blumenschmuck noch nicht geklärt. Deshalb versammelte sich der Festausschuss nun wöchentlich. Es wurde sehr viel in Eigenleistung erbracht, da Handwerker /Material zu teuer für den Verein waren, so wurde beispielsweise die Bühne von Mitglied Helmut Gauß selbst gebaut.

100 Jahre - Teil 7

Das Festwochenende

Vom 9.-11. Juni war es dann so weit: Das große Festwochenende zum 30. Jubiläum wurde gefeiert und der „ganze Ort war auf den Beinen“. Die Häuser wurden aufwendig geschmückt und das Festzelt stand für 1.000 Besucher bereit. Am Abend wurde das Festbankett musikalisch durch die „Harmonie“ eröffnet, gefolgt von lobenden Reden des Bürgermeisters und Verbandspräsidenten. Besonders bewundert wurde, dass der kleinste Verein das größte Fest ausrichtet, das in Wössingen je veranstaltet wurde. Das macht schon stolz – und das feierte man bis in die frühen Morgenstunden, begleitet von Musik befreundeter Vereine und den Turneinlagen der Wössinger Turnerinnen. Am Sonntag zog der große Weckruf um 6 Uhr morgens (!) durch Wössingen, der zum gemeinsamen Kirchgang aufrief. Der große Festumzug am Nachmittag fand rege Beteiligung, neben zehn Musikkapellen und Wössinger Vereinsgruppen war sogar eine Reiterschaft mit sieben Pferden mit von der Partie. Am Montag fand für die Schulkinder ein Kinderumzug statt. Im Anschluss wurden die Kinder mit Brezeln belohnt, die von Bäcker Fesenbeck (nach Bereitstellung des Mehls) gestiftet wurden. Alles in allem ein gelungenes Fest, auch wenn es bei der Planung drunter und drüber ging. Immerhin konnte für die Zukunft des Vereins ein ordentliches finanzielles Polster geschaffen werden. Leider gab es auch damals schon weniger ehrliche Bürger und der Diebstahl eines Kastenwagens musste dem Eigentümer aus dem Gewinn ersetzt werden.

100 Jahre - Teil 8

Der Bruch…

Immer wieder in der Vereinsgeschichte gab es Auseinandersetzungen. Kurz nach dem Jubiläumsfest entschloss man sich den Kontakt zu den Königsbacher Musikkameraden abzubrechen. Sicherlich hatte Königsbach einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Harmonie Wössingen, wäre sie doch ohne deren Unterstützung und Dirigent anfangs überhaupt nicht spielfähig gewesen. Doch am 1.Juli 1951 bei einem Auftritt in Grötzingen „benahm sich die Bruderkapelle Königsbach mitsamt ihrem Dirigenten so skandalös gegenüber den Wössinger Musikern, dass mit großer Empörung beschlossen wurde, die Königsbacher Kapelle nicht mehr zu unterstützen“ (Originalzitat Protokollbuch). Schade, dass in offiziellen Berichten die meist interessanten Hintergründe nicht beschrieben werden… jedoch zog der Streit einen Brief nach sich indem die Königsbacher einige finanzielle Forderungen für Leihgaben und angebliche Schäden stellte. Nun musste man sich also einen neuen Dirigenten suchen den man mit Herrn Rückert aus Rüppur fand, der jedoch nicht lange blieb.

100 Jahre - Teil 9

Die 50 er Jahre… Teil 1

Der Verein war in den Jahren sehr aktiv. Es wurden Konzerte und Tanzmusik veranstaltet, das erste Gartenfest in der Bruchstraße und das erste Herbstfest im „Ochsen“ fand statt. Die Kapelle beteiligte sich an den Festen der befreundeten Musikkapellen, auch bei örtlichen Begebenheiten war die musikalische Unterhaltung der „Harmonie“ stets beliebt. Bei der Eröffnung des FV04-Clubhauses und deren Sportfestes, beim Gartenfest des Männerchors Wössingen und beim Kirchweihtanz im Turnerheim waren die Musiker immer herzlich willkommen und spielten zur Unterhaltung bis in die frühen Morgenstunden. Aufgrund mangelnden Inhalts in der Vereinskasse wurden viele Feste und Theaterabende veranstaltet, um die nötigen Anschaffungen finanzieren zu können. Für die Mitglieder wurden Ständchen zu Hochzeiten und Geburtstagen gespielt und Spätheimkehrer aus dem Krieg wurden musikalisch empfangen, wie z.B. Josef Wiltschko am 2. Januar 1954. Der Verein leistete sich weitere Instrumente, die damals im Besitz des Vereins blieben und den Musikern kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Um ein einheitliches Erscheinungsbild der Kapelle zu erhalten, wurden Hemden genäht und Mützen gekauft. Seit 1949 hatte sich die Mitgliederzahl von 21 Mitgliedern auf über 80 Mitglieder erhöht, was dem enormen Engagement des Verwaltungsrates zu verdanken war. Die „Harmonie“ organisierte sich mehr und mehr als Verein: eine Satzung wurde aufgesetzt, um die Eintragung ins Vereinsregister zu ermöglichen und die ersten Mitgliederlisten wurden erstellt. Bei der Generalversammlung 1954 gab es Streitigkeiten zwischen der Verwaltung und den aktiven Musikern, so dass die komplette Kapelle die Versammlung verlassen hatte und nicht an den Neuwahlen teilnahm. 1955 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung ein „Schlussstrich unter die Streitigkeiten“ gemacht, die Wahlen der komplett neuen Verwaltung wurden von den Aktiven anerkannt und sie gaben bekannt, dass sie dem Verein als aktive Musiker weiterhin treu bleiben werden.

100 Jahre - Teil 10

Aus 1 wird 2… und wieder 1

Die Streitigkeiten zogen sich fort… Nachdem mehrere Mitglieder zu einer Aussprache aufgefordert wurden und dieser nicht nachkamen, wurden sie aus dem Verein ausgeschlossen, weil sie „gegen den Verein arbeiten“. Hier bezog man das Handeln erstmals auf die 1954 verfasste Vereinssatzung. Es rumorte weiter und die ausgeschlossenen Musiker machten ihre eigene „Bürgermusik“. Bereits 1956 bemühte man sich, auch mit Hilfe des Männergesangvereins, die beiden Kapellen „Harmonie“ und „Bürgermusik“ wieder zu vereinen. Gemeinsame Proben für das Fest des Gesangvereins sollten stattfinden, eine Verhandlungskommission wurde gegründet, die die Gespräche mit der „Bürgermusik“ führen sollte. Da die „Harmonie“ beschlossen hatte bei einem Zusammenschluss der beiden Kapellen auf den Namen „Harmonie“ zu bestehen, eskalierte die Aussprache beider Parteien am 16.Mai 1956 bereits zu Beginn. Nur durch die schlichtenden Worte und die Ermahnung des Verhandlungsleiters Gustav Hermann auf Kompromisse eingehen zu müssen, einigte man sich auf den Namen „Musikverein Wössingen“. Es wurde beschlossen, die Ehrenmitglieder beider Vereine im neuen Verein zu vereinen, die Vereinskassen zusammenzulegen und die Verwaltung neu zu wählen. Schriftführer Richard Ehrenfeuchter schreibt im Protokoll dieser Aussprache: „Damit dürfte die letzte Eintragung in das Protokollbuch des Musikverein „Harmonie“ getätigt sein. Ein Stück Vereinsgeschichte, das in den vergangenen Jahren (…) nicht immer harmonisch war gehört der Vergangenheit an.“

100 Jahre - Teil 11

Die 50 er Jahre… Teil 2

Der Musikverein blieb weiter aktiv mit neuen Veranstaltungen. Ein Kappenabend an Fasching fand statt, eine Reise nach Zell am See wurde unternommen. 1959 kam sogar der Süddeutsche Rundfunk um die Kapelle für den Bericht „Mit Volksmusik durch das Heimatland“ aufzunehmen. Grund genug um bei der Gemeinde Wössingen nach Unterstützung zu fragen, denn schließlich wurde nicht nur die Kapelle sondern auch die Gemeinde durch das Fernsehen bekannt und in ein gutes Licht gerückt. Nachdem man 1949 zum einzigen Mal eine Förderung von 150 DM erhalten hatte, stellte man nach zehn Jahren erneut einen Antrag auf Förderung um Instrumente zu beschaffen und die die Jugend für die Blasmusik zu begeistern. Naja – abgelehnt… war wohl früher schon schwierig.

100 Jahre - Teil 12

Traditionen im Vereinsleben…

Mittlerweile hatten die Veranstaltungen des Vereins schon eine Tradition. An Fasching wurde ein Kappenabend oder Maskenball veranstaltet, im Frühjahr fand ein Platzkonzert am „Falltor“ (heute Haltestelle Wössingen Ost) oder am Rathaus statt, im Juli das Gartenfest im Ochsengarten (heute Polizeistation) oder auf dem Festplatz und im Dezember lud der Familienabend oder „Bunte Abend“ die Mitglieder ein. Außerdem wurde jährlich ein Ausflug geplant, um die Kameradschaft zu stärken.  Die Veranstaltungen dauerten meist bis in die Morgenstunden, waren feucht fröhlich und halfen dem Verein finanziell stabil zu bleiben. 1960 traute sich die Kapelle das erste Mal, an einem Wertungsspiel in Bretten teilzunehmen. Die Musiker freuten sich über die Benotung „vorzüglich“, was allen bestätigte, dass man sich musikalisch sehen lassen konnte. Interessant war, dass gerade das Schlagzeug der Kapelle besonders gut bewertet wurde(?!).

 

100 Jahre - Teil 13

1961- Vorbereitungen zum 40-jähriges Jubiläum

Die Planung damals verlief anders als heute und auch in den Protokollen wurde manchmal geschrieben, was dem Schriftführer Heinz S. so im Kopf herumging. Daher ein kleines Originalzitat aus unserem Protokollbuch: „Ein Zelt mit den Maßen 40 m lang und 12 m breit wurde bestellt. Die Bühne soll von der Gemeinde Jöhlingen geliehen werden. Der Kleintierzuchtverein Ladenburg soll, auf Anregung von Karl D. eingeladen werden. Zum Glück schloss der 1. Vorstand frühzeitig die Sitzung, mitunter wäre noch einer auf den Gedanken gekommen den Kaiser von China einzuladen.“ Eines war damals schon schwierig – helfende Hände zu finden, die zum Gelingen des Festes notwendig waren. „Man bedenke, rund 130 Mitglieder zählt der Verein und etwa 20 dürfen die Arbeit machen. Ich möchte hier nicht einige Kameraden herausstellen, möge der Nachwelt nur das eine überliefert werden, (…). Besonders die Geschäftsleute sind nur noch Mitglied, um Gelder zu verdienen.“ So wurde die Lieferung von Fleisch und Weck auf drei Metzger und vier Bäcker verteilt.

100 Jahre - Teil 14

Das große Fest – Pfingsten 1961

Nach zweitägigem Zeltaufbau begann das Jubiläumsfest am Samstagabend feucht. Trotzdem waren alle Ortsvereine und Ehrengäste gekommen und überbrachten dem Verein Geschenke anlässlich des Jubiläums. Am Sonntag lief ein Sternmarsch durch Wössingen. Aus verschiedenen Ecken Wössingens marschierten befreundete Kapellen durch den Ort, die sich dann am Festplatz zusammenfanden. Leider hatte es Petrus nicht so gut gemeint und so manche Kapelle wurde auf dem Weg zum Festzelt nass. Trotzdem war der Besuch sehr gut und auch der „Bunte Abend“ mit einem aus dem Fernsehen bekannten Unterhalter ein voller Erfolg. Der Montag war vom Frühschoppen bis zum Abend gefüllt mit Unterhaltung durch befreundete Musikvereine. Besonders hervorgehoben wurde hier das Jugendblasorchester aus Mörsch, die mit exzellenten Solisten glänzten und die Tanzkapelle aus Daxlanden, die für einen großartigen Festausklang sorgten. Trotz des durchwachsenen Wetters konnte auf ein erfolgreiches Fest zurückgeblickt werden.

100 Jahre - Teil 15

Anfang der 60 er Jahre

Es war die Zeit gekommen, sich um den Nachwuchs des Vereins zu kümmern. Erstmals wurde hierfür ein Jugendleiter gewählt, der die Jugend herbeibringen und für die Musik begeistern sollte. Es gestaltete sich schwierig, daher wurde ein Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Rektor und dem Verbandspräsident anvisiert, um Unterstützung zu erhalten. Mit einer Werbeaktion über die örtliche Rufanlage (damals waren Lautsprechen in vielen Straßen angebracht) und einem „Werbekonzert“ am Ostersonntag sollte die Jugend begeistert werden. Mit Erfolg! Bereits kurze Zeit später zählte die erste Schülerkapelle des Vereins 40 (!!!) Jungmusiker. Die Instrumente stellte auch damals schon der Verein für eine geringe monatliche Rate zur Verfügung. Doch in der Verwaltung lief nicht alles rund, denn 1963 war der Verein kurz davor ohne 1. und 2. Vorsitzenden dazustehen. Ausschlaggebend dafür waren unbekannte Vorkommnisse bei der Generalversammlung 1962, die einige bewährte Mitglieder zum Austritt bewegte. Während der Generalversammlung wurde den Herren Vorsitzenden so lange gut zugeredet, bis sie sich doch nochmals für die Wahl zur Verfügung stellten. Das erste Frühjahrskonzert der Kapelle brachte nicht den gewünschten Zuspruch und das Gartenfest, das immer im Juni stattfand, musste auch mal auf August verschoben werden. Hier gab es zusätzlich örtliche Probleme, so dass das Fest in jedem Jahr an einem anderen Ort stattfand. Den Bunten Abend im Dezember wollte der Musikverein nicht mehr nur für Vereinsmitglieder, sondern auch für die Bevölkerung veranstalten. Eine schöne Idee, die jedoch nur von ca. 70 Einwohnern gewürdigt wurde.

100 Jahre - Teil 16

Es läuft rund…

In den kommenden Jahren lief es immer besser im Vereinsleben. Das erste Konzert der Schülerkapelle im November 1965, die nun seit rund einem Jahr bestand, fand im Turnerheim statt. Der Saal war so voll, dass vielen Zuhörern der Eintritt verwehrt und das Konzert im Dezember nochmals wiederholt wurde. Im selben Jahr sollte neben dem traditionellen Gartenfest erstmals ein Waldfest am Steinbrüchle veranstaltet werden. Ob es tatsächlich stattfand, ist aus den Unterlagen leider nicht herauszulesen. Den Erzählungen nach wurde es jedoch des Öfteren aufgrund des schlechten Wetters spontan abgesagt oder verschoben.  Im September reiste der Musikverein mit 55 Teilnehmern erneut zur Partnerkapelle nach Zell am See. Dort wurden mehrere Platzkonzerte gegeben, eines sogar in 2000 m Höhe auf der Schmittenhöhe. Die Größe der Kapelle und der Schülerkapelle war nun so gewachsen, dass der bisherige Probenraum im Nebenzimmer des „Ochsen“ nicht mehr ausreichte. Daher wurde bei der Gemeinde angefragt, ob der Rathaussaal für die Proben der Schülerkapelle genutzt werden kann. Im folgenden Jahr wurde der Verein weiter strukturiert. Jedem Mitglied wird ab sofort eine Glückwunschkarte zum Geburtstag übersandt, eine Tradition, die über 50 Jahre anhielt. Außerdem wurde festgelegt, dass die Kapelle die Beerdigung von Mitgliedern musikalisch begleitet. Diese letzte Ehre wurde ebenfalls viele Jahrzehnte fortgeführt und nur aufgrund der beruflichen Veränderungen der Musiker, die nicht mehr nur in Wössingen arbeiteten, eingestellt. Was wir heute noch gerne machen: Jedes Mitglied (ab 50 Jahren) bekommt auf Wunsch ein Geburtstagsständchen zu seinem runden Jubeltag. Damals wurde zu goldenen Hochzeiten gespielt, heute spielen wir liebend gerne auf Hochzeiten unserer Mitglieder.  Das wären doch mehrere gute Gründe in unserem Verein Mitglied zu werden!!! 

100 Jahre - Teil 17

Traditionelles Konzert am Ostersonntag

Am 14.04.1968 fand zum ersten Mal das Osterkonzert des Musikvereins Wössingen statt. Im voll besetzten Turnerheim begeisterten die Schüler- und Seniorenkapelle mit hervorragender Leistung die zahlreichen Zuhörer. Auch noch nach über 50 Jahren halten wir an dieser Tradition fest und veranstalten jedes Jahr am Ostersonntag um 20 Uhr unser Jahreskonzert. Es wurde schon oft über die Verlegung des Termins diskutiert, jedoch schlussendlich immer wieder beibehalten. Seit 1968 fiel das Konzert nur dreimal aus: einmal lief der Dirigent kurzfristig davon, zweimal musste es leider aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Wir hoffen aber, dass wir im Jahr 2022 wieder in der Böhnlichhalle auf der Bühne sitzen werden und mehr als 300 Zuhörer begeistern dürfen! Die Kapelle war unter folgenden musikalischen Leitern aktiv:

1949 – 1951 Willi Braun

1951 Erich Rückert

1951 – 1959 Georg Bauer

1959 – 1964 Willi Braun

1965 – 1979 Rolf Fischer

1979 – 1983 Siegfried Lepp

1983 – 1988 Wolfgang Reinhardt

1988 – 1991 Peter Esser

1991 – 2000 Helmut Albert

2000 – 2007 Roland Eberle

2007 Jürgen Knam 

2007 – 2008 Isabell Serfling

2008 – 2017 Werner Gerhäuser

Seit 2017 Jürgen Knam

100 Jahre - Teil 18

Neue Vereinssatzung und Ehrenordnung

Im Jahr 1968 wurde eine neue Satzung erstellt und beim Amtsgericht eingereicht, die Neuerung ist auch für dieses Jahr angedacht, da es notwendige Passagen, wie z.B. Datenschutz gibt, die in der Satzung festgehalten werden müssen. Auch die Ehrenordnung wurde damas erfasst, diese ist auch heute noch Grundlage für die Ehrungen unserer treuen Mitglieder. Der Beitrag für die Mitgliedschaft wurde für aktive und passive Mitglieder von 50 Pfennige auf 1 DM pro Monat erhöht. Heute sind aktive Mitglieder und Ehrenmitglieder beitragsfrei, passive Mitglieder bezahlen 25 € im Jahr. Im Jubiläumsjahr hat der Verein 185 Mitglieder, davon sind 52 Aktive im Alter von 9- 85 Jahren und 24 Ehrenmitglieder, die über 45 Jahre die Treue zu unserem Verein gehalten haben. Neben unserem Ehrenvorstand Adam Schmalz waren folgende Personen federführend in der Leitung des Vereins als 1. Vorsitzender tätig:

Vor 1949 kein Vorsitzender bekannt

1949 – 1954 Karls Deuscher

1954 – 1955 Heinrich Wagner („Harmonie“)

1955 Kurt Kinsch („Bürgermusik“)

1956 – 1959 Paul Konrad (Musikverein)

1959 – 1965 Heinrich Wagner

1965 – 1968 Paul Konrad

1968 – 1973 Helmut Redemann

1973 – 1974 Klemens Karthaus

1974 – 1994 Adam Schmalz

1994 – 1997 Dieter Wiltschko

1997 – 2012 Bernd Redemann

Seit 2012 Severine Krüger

100 Jahre - Teil 19

Ende der 60er Jahre

Anfang Mai 1968 fand ein Waldfest im Steinbruch statt, das ab sofort jedes Jahr wiederholt werden soll. Das schon viele Jahre bestehende Gartenfest im Juni, fand erstmals in der „Steighalle“ statt. Da man dort wetterunabhängig war, fand es an allen drei Veranstaltungstagen großen Zuspruch und die „Steighalle“ sollte weiterhin als Veranstaltungsort genutzt werden. Das Gebäude war jedoch noch nicht komplett fertiggestellt, d.h. sanitäre und wirtschaftliche Räume waren noch nicht vollständig vorhanden. Daher wurde vom Bürgermeister gebeten, dass sich der Verein mit einer Bausumme von 3000 DM beteiligt, um das Gebäude weiterhin für seine Zwecke nutzen zu können. Die Summe wurde geleistet und folgende Nutzungen von der finanziellen Beteiligung „abgeschrieben“. Ein wichtiger Schritt für den Verein, denn in manch Gastwirtschaft, in der geprobt und veranstaltet wurde, gab es zunehmend Auseinandersetzungen und Ärger mit dem Wirt. 1969 wurde ein großer Teil der Schülerkapelle in das große Orchester aufgenommen und das Osterkonzert konnte mit einer stattlichen Anzahl von Musikern im Turnerheim präsentiert werden. Nicht allen Vereinen ging es so gut… Der Akkordeonverein stellte in diesem Jahr einen Antrag zur Eingliederung ihres Vereins in den Musikverein, der vorerst jedoch zurückgestellt wurde. In der Gemeinde wurde das Gemeindeblatt ins Leben gerufen, ein Vorgänger der Zeitung, die sie jetzt gerade in den Händen halten. So wurde die Kommunikation mit den Mitgliedern und Einwohnern deutlich vereinfacht und Veranstaltungen konnten besser beworben werden.

100 Jahre - Teil 20

Halbzeit – 1971

Die Hälfte der Vereinsgeschichte liegt jetzt hinter uns. Zeit für mich, als Verfasser der Geschichtsausschnitte, kurz zu Wort zu kommen. Es interessant in der Vereinsgeschichte zu wälzen, aber auch anstrengend. Die Protokolle sind mit Füller handschriftlich geführt und leider hatte nicht jeder Schriftführer eine leicht lesbare Schrift und korrekte Rechtschreibung. Jeder Bericht muss gelesen werden, denn erst dann weiß ich ja, ob er interessant ist! Viele Geschehnisse kenne ich schon aus Erzählungen meiner älteren Musikkameraden Adam und Rolf, doch ich habe während der Recherche wieder viel Neues aus der Geschichte meines Vereins erfahren und hätte doch zu manchem Bericht noch gerne mehr Hintergründe gelesen. Im Musikverein hat es schon immer „gemenschelt“, so wurden überstürzt Ämter niedergelegt oder Austritte eingereicht. Was da hinter den Kulissen abging steht leider nirgends geschrieben in einem Protokollbuch oder in einem Zeitungsartikel, die es sowieso nur selten gab in den Anfängen des Vereins.  Vergleichbar zu heute waren aber viele Dinge auch einfacher als heute: Die Vorschriften und Genehmigungen zur Durchführung einer Veranstaltung waren deutlich geringer und die Organisation schnell auf die Beine gestellt. Finanziell gesehen hatten es unsere Vorgänger wirklich nicht einfach. Gerade in den ersten Jahren war viel Eigenleistung notwendig. Aber die Ausgaben waren damals auch deutlich geringer als heute. Heute profitieren wir von wenigen Fördergeldern, aber besser als nichts… Dank jährlich eingehender Spenden unserer Mitglieder und Einnahmen durch unsere gut besuchten Veranstaltungen, ist unser finanzieller Bestand gesichert.  Mir ist aufgefallen, dass der Musikverein noch nie ein „zu Hause“ hatte, das ist leider heute noch so. Damals wurde zwischen den Gaststätten „Adler“, „Ochse“ und „Lamm“ gependelt um zu proben. Mal sehen wo wir noch so unterkommen bis wir in der Aula der Grundschule ankommen! Beim Lesen der Vereinsgeschichte fand ich es immer schade, dass kaum Fotos existieren. Liest man doch immer wieder Namen, die einem nichts sagen, davon viele Nachnamen, die heute noch in Wössingen anzutreffen sind. So langsam tauchen Namen auf, die ich kenne und wozu ich ein Gesicht habe, was natürlich gleich noch mehr Interesse in mir weckt.  Bis jetzt habe ich viel gelacht, geflucht (da nicht lesbar) und war manchmal auch geschockt… ich bin gespannt wie die Geschichte weitergeht. Ich hoffe, dass sie unsere Berichte genauso interessiert lesen und weiterverfolgen werden.                                                                                                                                                                                    

100 Jahre - Teil 21

50 Jahre Musikverein Wössingen

Aus den Jahren 1969 – 1974 gibt es leider keine Aufzeichnungen. Ob der Schriftführer schreibfaul war oder das Protokollbuch nicht mehr existiert steht in den Sternen. Was damals in Wössingen geschah? 1969 wird der „Gutshof“ beim TV Wössingen eröffnet, 1970 weiht die Gemeinde das neue Rathaus und Feuerwehrhaus ein und schließt sich am 01.01.1971 zur Gemeinde Walzbachtal zusammen.

Dank der Festschrift aus dem Jahr 1971 kann ich trotzdem auch ein wenig über den Musikverein berichten. Der Verein entschied bereits 1969, dass anlässlich des Jubiläums ein Bezirksmusikfest stattfinden soll. Im Juni 1971 veranstaltete der Verein am Samstagabend ein Festbankett unter Mitwirkung der Musikvereine Wössingen und Wilferdingen, sowie dem Männergesangverein Wössingen. Der Sonntag wurde durch einen Festgottesdienst mit Beteilung des Posaunenchors eröffnet, gefolgt von einem Gemeinschaftskonzert der Musikvereine Wössingen und Helmsheim. Am Nachmittag marschierten zehn Kapellen aus der Umgebung in einem Sternmarsch durch den Ort und musizierten anschließend noch im Festzelt. Am Abend unterhielten der Musikverein Wössingen und die Feuerwehrkapelle Jöhlingen die Festbesucher.  Zum Abschluss des Jubiläumsfestes fand am Montag ein „Bunter Abend“ mit Künstlern aus Funk und Fernsehen statt. Ein enormes Programm, vor allem für die Musiker, die wahrscheinlich neben Musikmachen noch Auf- Abbau und eine Schicht zu leisten hatten. Hut ab!

100 Jahre - Teil 22

Die Siebziger….

1974 löste Adam Schmalz den 1. Vorsitzenden Helmut Redemann ab. Adam ist auch heute noch aktiver Musiker und unterstützt uns auch noch im Alter von 86 Jahren im Orchester mit seiner Trompete, aber auch nach den Proben hat er immer eine Geschichte oder einen Rat für uns parat. Im gleichen Jahr fand ein gemeinsames Frühlingsfest mit dem Männergesangverein statt. Ein kleiner Auszug aus der Speisekarte… traumhafte Preise!!!

1 Cola 0,80 DM

1 Bier 1,40 DM

1 Steak 3,00 DM

1 Gulaschsuppe 1,80 DM

Der Musikverein ist auch sportlich unterwegs! Erstmals beteiligte sich eine Mannschaft beim Ortsturnier des Fußballvereins und des Turnvereins (Handball). Die gewonnenen 40 Liter Bier, die der Verein beim Fußball gewonnen hatte, wurden nur wenige Wochen bei einem Grillfest von den Musikern feierlich getrunken.  Aber nicht nur im Sport wirkte der Verein mit, auch bei Firmen war die Kapelle zu Gast. So unterhielten wir zum Beispiel die Angestellten des französischen Zementwerks Fleming, die beim Wössinger „Portland“-Zementwerk zu Gast waren und wurden dafür zu Speis und Trank eingeladen.

100 Jahre - Teil 23

  1. Unterwegs mit dem „Lustigen Walzbachtäler“

1974 war ein sehr terminreiches Jahr. Neben allen „normalen“ Terminen und Geburtstagsständchen, stand ein großer Ausflug nach Bad Münster am Stein an. Die Deutsche Bahn bot damals immer wieder Sonderzugfahrten an, doch diese Fahrt war etwas ganz Besonderes. Der Zug war ausschließlich von Wössinger und Jöhlinger Anwohnern besetzt und zählte 640 Personen, die gemeinsam einen Ausflug in die Pfalz starteten, somit war jeder 11. Anwohner mit von der Partie. Von allen Walzbachtaler Vereinen waren Mitglieder dabei und auch einige Firmen machten diese Fahrt zu ihrem Betriebsausflug. Sogar die Lokführung war mit Anton Scharli in Walzbachtaler Hand und auch Bürgermeister Siegbert Heckmann war mit seiner kompletten Familie unter den Reisenden. Der Musikverein Wössingen wurde am Reiseziel eingeladen, ein Platzkonzert im Kurgarten zu veranstalten und begeisterte die Zuhörer so sehr, dass gleich eine weitere Einladung für das folgende Jahr ausgesprochen wurde. Nebenbei wurde noch die Ebernburg besichtigt und auf den Spuren Franz von Sickingen gewandelt. Ein toller Ausflug der für alle Altersklassen und sozialen Schichten ein ganz besonderer Tag war!

100 Jahre - Teil 24

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